Communicating Diversity: Vorwort

 

Isolde Malmberg / Constanze Wimmer (HG). Communicating Diversity: Musik lehren und lernen in Europa. Festschrift für Franz Niermann. Forum Musikpädagogik Bd. 79. Augsburg, Wissner 2007.

Eine Festschrift erscheint oft, wenn das berufliche Leben des Jubilars ruhigeren Zeiten entgegen geht. Unser Buch markiert hingegen einen Zeitpunkt, der das musikpädagogische Wirken Franz Niermanns sowohl in der Rückschau als auch in der Perspektive vielfältig und aktiv darstellt. Es vereint Beiträge von KollegInnen aus dem deutschsprachigen und dem europäischen Raum, die Franz Niermann fachlich geprägt haben oder ihn ein Stück des beruflichen Lebens begleiten.

Über neunzehn Jahre hat Franz Niermann an der Wiener Musikuniversität das Institut für Musikpädagogik aufgebaut: Viele MitarbeiterInnen haben ihre Erfahrungen aus der Schule, der Musikschule und der außerschulischen Bildungsarbeit in den wissenschaftlichen Diskurs eingebracht – viele verschiedene Akzente lassen heute das Institut bunt und am Puls der Zeit erscheinen. Projekte wie etwa „die kunst der stunde – Aktionsräume Musik“ entwickelten sich aus einem neuen Selbstverständnis zur Teamarbeit heraus und gaben dem Institut ein starkes Profil. Nicht zufällig lebt gerade dieses didaktische Modell in ganz unterschiedlichen Ausprägungen in Schule, Lehrerfortbildung oder in neuen Zusammenhängen fort.

Die Weiterentwicklung des Instrumental- und Gesangspädagogikstudiums, die Stärkung der Popularmusik und der Elementaren Musikpädagogik erlebten an der Wiener Musikuniversität im kollegialen Diskurs mit Franz Niermann wichtige Impulse und prägen eine Wiener Musikpädagogik, die nicht nur regional denkt, sondern aktuelle Bildungsvisionen europäisch mitgestalten möchte.

Franz Niermann arbeitet innerhalb der Europäischen Arbeitsgemeinschaft Schulmusik –derzeit als ihr Präsident – intensiv mit MusikpädagogInnen aus ganz Europa zusammen. Es geht ihm und dem Netzwerk EAS darum, mehr voneinander zu wissen. Denn Musik lehren und lernen in Europa kennt sehr unterschiedliche Erscheinungsformen: In den einzelnen Ländern hat es einen verschiedenen Stellenwert und gründet sich auf grundlegend andere Konzepte – letztlich hat es die Musikpädagogik nicht leicht, überhaupt kommuniziert zu werden: Sprachliche Begriffe, die für musikpädagogische Erscheinungsformen über die Jahrhunderte in den Ländern Europas geprägt wurden, haben oft nur regionale Relevanz und lassen sich deshalb schwer übersetzen. Franz Niermann und den europäischen NetzwerkerInnen der Musikpädagogik ist es ein Anliegen, die unterschiedlichen Systeme darzustellen und ihre besonderen Qualitäten verstehbar zu machen. Auf dem Weg nach „Bologna“ wird innerhalb der EAS und dem laufenden EU-Projekt „meNet – music education Network“ außerdem daran gearbeitet, gemeinsame Qualitätskriterien musikalischer Bildung in Europa zu formulieren. Ein anspruchsvoller Prozess, der noch lange nicht abgeschlossen ist.

Bei der Planung dieses Buches standen wir als Herausgeberinnen vor einer schwierigen Aufgabe: Fragen wir einige wenige AutorInnen an, in ihren Beiträgen die beruflichen Schwerpunkte von Franz Niermann als Impuls für ihre Gedanken zu nehmen oder lassen wir uns von seinem Engagement inspirieren, europäische Zugänge zum Musiklehren und –lernen in ihrer Vielfalt zu zeigen. Wir haben uns für eine Kombination von beidem entschieden. Wir wünschen unseren LeserInnen mit Beiträgen aus ganz Europa spannende Lesestunden und viele neue Impulse für ihre eigenen beruflichen Ambitionen!

Die AutorInnen dieser Festschrift feiern das ereignisreiche, volle und beständig fragende Arbeitsleben von Franz Niermann – mitten im Geschehen!

 

 

Wien, im April 2007 Isolde Malmberg & Constanze Wimmer

 

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