Berichte

Okt 18

Wo ist das Volk zur Volksmusik?

Mitt@Mett: Fachgespräche Musik

Eine große Gruppe aus Studierenden, Musiklehrenden und Institutsmitarbeiter_innen fand sich anlässlich eines Mitt@Mett: Fachgespräche Musik am 17. 10. 2018 in der Metternichgasse ein, um ausgehend vom praktischen Tun über die Frage zu sprechen, wie im schulischen Musikunterricht Volksmusik vermittelt werden kann. Zunächst wurde die historische Problematik diskutiert, Volksmusik für einen großen und heterogenen Kulturraum einheitlich definieren zu wollen. Der Wir-Begriff, hinter dem vielfach hegemoniale Bestrebungen stehen, ist für den integrativen Musikunterricht in Frage zu stellen. Vielmehr zeigt sich, dass mit weit verbreitetem musikalischen Material in regionalen Musikpraktiken unterschiedlich umgegangen wird. Else Schmid, Lehrbeauftragte des Instituts für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie, thematisierte dies am Beispiel eines Kolo. 

Dass Volksmusik zur Identitätskonstruktion beiträgt, war in der Gruppe Konsens, wobei eine respektvolle Haltung hinsichtlich der Gleichwertigkeit der Kulturen als Grundbedingung für einen gelingenden Austausch formuliert wurde.

Irene Egger, Geschäftsführerin des Österreichischen Volksliedwerkes, stellte die Initiativen der Organisation vor und präsentierte das Schulprojekt „Mit allen Sinnen“ mit Hubert von Goisern. Ganzheitlichkeit und Oralität als Prämissen stehen dabei vor der Vermittlung eines Liedkanons. 

Marc Spörri, der sich im Rahmen seiner Diplomarbeit mit der schulischen Vermittlung von Volksliedern befasst hat, gab dazu einige kreative Anregungen. Zuletzt wurden an einem weiteren praktischen Tanzbeispiel regionale Varianten eines überregional verbreiteten musikalischen Materials demonstriert. Wir schlossen mit dem hoffnungsvollen Ausblick, dass Kulturaustausch im schulischen Musikunterricht ein Beitrag zur Friedensarbeit  sein könnte. 

Katharina Pecher-Havers

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