Berichte

Jan 14
Berichte 13/14

IGP-Brunch: Traue keinem über 18 - Erwachsene an Musikschulen

Alumni-Werkstatt: Neues denken und tun


Das kulturelle Leben einer Gemeinde ist geprägt von einem Miteinander: junge Menschen sind genauso eingebunden wie ältere, Menschen mit umfassender musikalischer Erfahrung musizieren gemeinsam mit solchen, die gerade erst beginnen sich musikalischen zu betätigen, manche wirken als prägende Säulen des kulturellen Ortslebens und andere beteiligen sich je nach Interesse und Möglichkeiten in unterschiedlichem Ausmaß. Es existiert also eine bunte Vielfalt, in der sich jeder mit seinen Möglichkeiten und Interessen einbringen kann.

Musikschulen sind Teil dieses kulturellen Lebens und als Zentren künstlerisch-musikalischer Bildung wichtige Impulsgeber für bestehende und neue Initiativen, beschränken aber oftmals den Zugang für Erwachsene zu ihrem musikalischen Bildungsangebot. Anknüpfend an die aktuelle Diskussion um Erwachsene an Musikschulen widmete sich der 2. IGP-Brunch am Samstag, 18. Jänner 2014 der Frage, welche Formen musikalischer Praxis an Musikschulen überhaupt am besten geeignet wären, ausgehend von den tatsächlichen Bedürfnissen und Anliegen, mit denen Erwachsene den Weg in Musikschulen suchen. So berichtete etwa Monika Bruck-Strasser, sie ist Lehrerin für Gesang an der Musikschule Bad Vöslau, dass aus ihrer Erfahrung vor allem Laiensängerinnen und -sänger Unterricht nehmen möchten, um ihre Stimme für die Mitwirkung an örtlichen Chören zu schulen. Dr. Monika Kutter, Lehrerin für Zither an der Volkshochschule Wien, hob die Bedeutung des Musizierens für ältere Menschen hervor, für die das Musizieren und die musikalische Weiterentwicklung auch Lebensfreude bedeutet. Das umfangreiche Wirkungsfeld von Musikschulen wurde deutlich, als Mag. Andreas Enne, er leitet die Musikschule Triestingtal, einen Einblick in das kulturelle Leben seiner Region gab.

Damit dieses Wirkungsfeld aufrecht erhalten bleibt und seine Lebendigkeit beibehält, braucht es jedoch neue Formen des Unterrichts und innovative Konzepte, die auch im Hinblick auf die Finanzierung neue Aspekte in sich tragen. Erfahrung mit verschiedenen neuen Unterrichtskonzepten für Erwachsene sammelt man bereits seit einiger Zeit an der Johann Sebastian Bach Musikschule in Wien. Ihr Leiter Dr. Hanns Stekel berichtete, dass sich für attraktive und innovative Angebote auch automatisch Wege der Finanzierung finden, die vorher noch nicht bedacht wurden. Dadurch lassen sich nicht nur einzelne Sparten der Erwachsenenarbeit finanziell stützen, sondern insgesamt ein Bildungsangebot für an Musik interessierte Erwachsene finanzieren.  

Wie die Diskussion deutlich machte, sollte es für Musikschulen um eine Öffnung und Erweiterung des Angebots für Menschen aller Altersstufen gehen. Diese Öffnung würde auch den vom Internationalen Musikrat formulierten musikalischen Menschenrechten, zu denen auch die musikalische Bildung für Erwachsene gleichermaßen wie für Kinder gehört, entsprechen. Damit Musikschule ein „Musikort“ bleibt oder sich wieder zu einem entwickelt, an dem generationsübergreifend und lebenslang musiziert wird, braucht es also kreative Ideen. Aber bereits am Brunch war zu erkennen: Es ist möglich!  

                                                                                                                                                      Margit Painsi

 

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Fotos: Beate Hennenberg

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