Berichte

Apr 18
Berichte 17/18

FachdidaktikerInnen-Tagung 2018 an der mdw


Am 5. und 6. April 2018 trafen sich FachdidaktikerInnen und FachinspektorInnen zum bereits 19. Mal zu einer traditionell in der Woche nach Ostern stattfindenden gemeinsamen Tagung. Gastgeber war das Institut für Musikpädagogische Forschung, Musikdidaktik und Elementares Musizieren (IMP) an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw). 30 Gäste von österreichischen Universitäten und Hochschulen sowie aus der Schulverwaltung fanden sich in den Räumlichkeiten der Metternichgasse 8 ein, um sich über aktuelle Entwicklungen und Umbrüche in der Lehramtsausbildung auszutauschen.

Der speziellen Perspektive des Faches Musikdidaktik und dem besonderen Fokus des IMP Rechnung tragend, startete die Tagung mit einer künstlerischen Intervention, in der Katharina Klement gemeinsam mit den TeilnehmerInnen den „Paragraph 7“ aus Cornelius Cardews „The Great Learning“ ausführte. Auch inhaltlich zur Tagung passend, bezieht Cardew sich in seiner Improvisationsanleitung auf Texte von Konfuzius in einer Übersetzung von Ezra Pound.

Der erste Nachmittag startete mit kurzen Impulsen von MitarbeiterInnen des IMP. Christoph Khittl hinterfragte die Anwendbarkeit des Kompetenzbegriffs auf den Musikunterricht, Markus Hirsch stellte die antinomische Musikerziehung als nie zu Ende gedachte Konzeption vor und Katharina Pecher-Havers präsentierte ihre Gedanken zu einer zeitgemäßen Didaktik der Musikgeschichte. In anschließenden Workshops diskutierten die TeilnehmerInnen die vorgestellten Themen.

Beendet wurde der erste Tag mit einem Impuls von Ferdinand Breitschopf über den Personalbedarf an MusikerzieherInnen für Wien in den nächsten Jahren. Dabei wurde deutlich, dass sich der Anteil an ungeprüften MusikerzieherInnen in der Sekundarstufe seit 2014/15 deutlich verringert hat, gleichzeitig steigt aber der Bedarf an AbsolventInnen der Musikerziehung in den nächsten Jahren stark an.

 

In den nachfolgenden Arbeitsgruppen wurden ausgehend von diesem Befund folgende Fragen diskutiert:

  • Wie können angesichts der gemeinsamen Lehramtsausbildung auch jene (potentiellen) Studierenden, die ihre Ausbildung bis dato an den PHs erhalten haben, für ein Studium im Kooperationsverbund mdw, PH Wien, PH Niederösterreich, KPH Wien/Krems, das im Curriculum andere Schwerpunktsetzungen hat, gewonnen werden?
  • Lehramtsstudierende an der mdw wurden bis dato für eine Tätigkeit an AHS ausgebildet. Welche Strategien motivieren Studierende dazu, zukünftig nicht nur die AHS, sondern auch die NMS als Arbeitsplatz in Erwägung zu ziehen?
  • Welche Strategien und Überlegungen haben die einzelnen Verbünde zur neuen Masterphase im Lehramtsstudium für die Sekundarstufe?
  • Wie kann der Musikunterricht in der Primarstufe gestärkt werden?

 

Als mögliche Strategien wurden diskutiert:

  • Kommunikation und Vernetzung über institutionelle Grenzen hinweg, evt. Einrichten einer AG mit VertreterInnen von Universität, PH und Schulverwaltung.
  • Potentielle Modifikation der Anforderungen der Zulassungsprüfungen für Musikerziehung.
  • Studierende sollen während des Studiums in Praxisphasen (Unterrichtslehre u.ä.) bereits mit den verschiedenen Schulformen in Berührung kommen, was eine Kooperation mit allen Schulformen voraussetzt.
  • Der Vergleich mit Best Practice Modellen im deutschsprachigen Ausland sollte gesucht werden.
  • Handhabung der Praxisphase im Master durch individuelle Angebote an die Studierenden (Projekttage, Projektunterstützung) und deren Anrechnung.
  • Absolvierung der Masterphase über Erasmus evt. im internationalen Austausch.
  • Ein Quereinstiegsstudium (in Wien/Niederösterreich bereits implementiert, in Tirol in Vorbereitung) als kurzfristige Maßnahme zur Erhöhung der AbsolventInnenzahlen.
  • Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying für das Fach Musikerziehung.


Zur Abrundung des ersten Tages stand ein gemeinsames Essen im Gmoakeller auf dem Programm, bei dem auf Initiative von Katharina Pecher-Havers auch die Zithervirtuosin Cornelia Mayer mit ihrer Zither in Wiener Stimmung auftrat.

Der zweite Tag startete mit einem Workshop zum Thema „MusikerInnen-Gesundheit“ von Bernhard Riebl, gefolgt von den Präsentationen und der Diskussion der Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen des Vortages.

Abgeschlossen wurden die beiden arbeitsintensiven Tage durch Berichte aus den Verbünden. Fritz Höfer präsentierte einen neuen Popmusik-Lehrgang an der PH Salzburg in Kooperation mit dem Mozarteum, der sich an LehrerInnen mit mindestens 5 Jahren Berufserfahrung richtet und im kommenden Wintersemester starten wird. Wilfried Aigner und Leonore Donat sprachen über das Quereinstiegsstudium des Kooperationsverbundes mdw, PH Wien, PH Niederösterreich und KPH Wien/Krems, das bereits seit dem Sommersemester 2018 läuft und Peter Kostner präsentierte den Stand der Planungen für ein Quereinstiegsstudium in Tirol. Andreas Bernhofer und Helmut Schaumberger gewährten Einblick in die Ergebnisse einer Umfrage unter den Lehramtstudierenden des Mozarteums Salzburg zum Thema „Studierbarkeit“ des neuen Lehramtsstudiums.

Axel Petri-Preis

 

Die nächste FachdidaktikerInnen-Tagung wird am 25. und 26. April 2019 in Innsbruck stattfinden.


Das Programm der Tagung finden Sie hier ...

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