Berichte

Sept 16
Berichte 16/17

Die inklusive Schule für Demokratie

Bundeskongress: Eine Schule für Alle


Am 26. und 27. 9. 2016 fand an der Goethe-Universität Frankfurt am Main der Bundeskongress Eine Schule für Alle – Die inklusive Schule für Demokratie statt.

Nach den Grußworten von Prof. Dr. Brigitta Wolff, Präsidentin der Goethe Universität und Prof. Dr. Sabine Andresen, Prodekanin des Fachbereichs Erziehungswissenschaften, sprach Vernor Munoz, der ehemalige UN Sonderberichterstatter, zum Thema Menschenrecht auf Bildung. Er betonte, dass heute mehr Kinder Schulen und mehr Jugendliche Universtäten besuchen, und doch heute mehr Morde passieren – wozu eigentlich Bildung dient? Er nannte als Antwort etwa, dass eine demokratische Kultur in Schulen zu installieren sei, dass mehr in Vorschulen zu investieren und ein Inklusives System zu aktivieren sei.  

Anschließend diskutierten im Podium Dr. Sandra Reitz, Leiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung des Deutschen Instituts für Menschenrechte, Dr. Cornelia Gresch, Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, und  Prof. em. Dr. Micha Brumlik, Goethe Universität Frankfurt am Main, über die Erforschung von Inklusion, über pauschale Ressourcenzuweisung, den proaktiven Abbau von Diskriminierungen und darüber, dass Leistung und Inklusion keine Gegensätze sind.

In 14 parallel abgehaltenen Foren fanden Vorträge und Diskussionen zu Inklusiver Bildung, deren  Barrieren und Transformationen, statt.

Am Dienstag gab es einen Blick über die Grenzen. Haldis Holst, Stellvertretende Generalsekretärin der Bildungsinternationale, sprach über professionelle Ethik in der Bildung, über das Abschaffen früher Schulgliederungen, über gleichwertige Bildungsgänge in Sek II, um Abschlüsse zu gewährleisten, über die Bekämpfung von Diskriminierung.

Prof. Dr. Ewald Feyerer vom Institut für Inklusive Pädagogik, PH OOE Linz,
sprach über den aktuellen Stand von Inklusion im österreichischen Schulsystem, über die regional äußerst unterschiedliche Schulpolitik, über die 2015 eingeführten Modellregionen, über das Inklusionsbarometer, das Elternwahlrecht und den notwendigen Paradigmenwechsel von selektionsorientiertem zu förderorientiertem Bildungssystem.

Es folgte eine Podiumsdiskussion, in der Dr. Sigrid Arnade, Geschäftsführerin der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland und Ralph Fleischhauer, Vorsitzender des Schulausschusses der Kultusministerkonferenz in NRW, einen Blick nach vorn wagten: Menschenrechte bleiben der Maßstab, so der einhellige Tenor. Bildung ist und bleibt eine Verpflichtung des Staates, nur braucht es inzwischen andere Mess- und Regulationsverfahren als vor 10, 15 Jahren. Gleichstellung, Gleichheit und gemeinsames Lernen sollten in der Gesellschaft verankert werden, wobei die Politik die Rahmenbedingungen stellen muss.

Beate Hennenberg

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