Berichte

Dez 15
Berichte 15/16

Design-based Research (DBR) im fachdidaktischen Diskurs

Forschungs-Workshop in Bremen mit IMP-Beteiligung


Auf Initiative der Creative Unit FaBiT (Fachbezogene Bildungsprozesse in Translation) der Universität Bremen (D) fand am 9. und 10. Dezember 2015 ein Workshop zum Einsatz von Design-Based Research (DBR) in der empirischen Bildungsforschung und in den Fachdidaktiken statt.  Die Veranstaltung im Haus der Wissenschaft Bremen richtete sich besonders an Nachwuchswissenschaftlerinnen und – wissenschaftler aus so unterschiedlichen fachdidaktischen Disziplinen wie Mathematik, Musik, Geografie, Deutsch, Fremdsprachen- oder Mediendidaktik. Thema war die im deutschsprachigen Raum bislang wenig bekannte Familie von Forschungsmethodologien rund um die Design-based Research, zu der u.a. Educational Design Research, entwicklungsorientierte Bildungsforschung oder fachdidaktische Entwicklungsforschung zu zählen sind. Es ging dabei einerseits um grundsätzliche Definitionen von Begrifflichkeiten, um die Ausdifferenzierung forschungsmethodischer Modelle und um  deren konkrete Anwendung in beispielhaften Forschungsprojekten (u.a. von DokorandInnen des FUNKEN-Kollegs der TU Dortmund). Andererseits war auch das andersartige Verhältnis von Forschenden und Forschungsfeld in der DBR ein Thema - also im Hinblick auf fachdidaktische orientierte Forschung das Zusammenwirken von universitär Forschenden und Lehrenden an Schulen bzw. die Verzahnung von Forschungsperspektive und Praktikerperspektive. Auf Einladung des Leiters der Veranstaltung, Prof. Dr. Andreas Lehmann-Wermser von der HMTM Hannover, hielt Wilfried Aigner vom IMP Wien einen Workshop ab, der sich besonders mit dem Zusammenwirken der verschiedenen Personen und Rollen in DBR-Projekten beschäftigte. Thematisiert wurden dabei organisatorische, kommunikative und ethische Herausforderungen im Zusammenwirken zwischen Forschungsperspektive und Praxisperspektive, mit einem speziellen Blick auf den Entwicklungsbegriff sowie auf die unterschiedliche Sichtweisen und Bedürfnisse von Forschenden und PraktikerInnen und den daraus resultierenden Herausforderungen für DBR-Forschungsvorhaben.

Eine weiterer Diskussionsprozess und intensivere gemeinsame Beschäftigung mit dem Forschungsansatz der Design-Based Research aus speziell musikpädagogischer Perspektive ist ein nächster notwendiger Schritt. Eine diesbezügliche, musikpädagogische orientierte Zusammenarbeit der Universitäten Hannover bzw. Bremen mit dem Institut für Musikpädagogik Wien ist für Frühjahr 2016 in Planung.

Wilfried Aigner

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