Berichte

Jul 14
Berichte 13/14

Berliner Methodentreffen 2014

Tagung zur Qualitativen Forschung


In diesem Jahr gab es ein kleines Jubiläum zu feiern: Das am 18. und 19. Juli 2014 veranstaltete Berliner Methodentreffen Qualitative Forschung fand bereits zum 10. Mal an der Freien Universität in Berlin statt. Eingeladen hatten das Team um Guenter Mey und Katja Mruck sowie die Plattform for qualitative research der FU. Mit 500 Beteiligten gilt es als die größte Jahresveranstaltung zu qualitativen Forschungsmethoden im deutschsprachigen Raum.

In seiner Mittagsvorlesung von Uwe Flick Qualitative Forschung 2.0: Zwischen Konsolidierung und Internationalisierung strich Flick vor allem die gesellschaftliche Relevanz von Forschung heraus und forderte, auch und gerade lokale Bedürfnisse zu untersuchen. Ein Begriff, der von ihm und später von mehreren ReferentInnen auch  verwendet wurde, war der der Serendipität; der Forscher findet Neues, ohne direkt danach gesucht zu haben. Diese zufällige Beobachtung von etwas nicht Gesuchtem, diese Zufallsentdeckung, entsteht oft im Rahmen eines Forschungsaufwandes und birgt nützliche Antworten (manchmal auch auf nicht gestellte Fragen).

An den Vortrag schlossen sich 18 Forschungswerkstätten an, die von renommierten Forschern wie Philipp Mayring, Thomas Burkart oder Ulrike Froschauer geleitet wurden, etwa zu den Methoden Qualitative Heuristik, Tiefenhermeneutik, Reflexive Grounded-Theory-Methodologie oder Wissenssoziologische Diskursanalyse. Am Samstag begann die Tagung mit einem Symposium zur Forschungsethik, beteiligt waren Nicole Burzan, Hubert Knoblauch, Guenter Mey und Hella von Unger. Hier wurde über Irrwege in der Forschung diskutiert. Eine Postersession und eine Fachmesse schlossen sich mittags an, bevor sich die Teilnehmenden einem der 23 angebotenen Workshops – für die man sich jedoch schon im voraus anmelden musste - zuwenden konnten. Die Auswahl reichte von Partizipativer Forschung über Gruppengestützte Introspektion oder Triangulation bis hin zu Biografischer Fallrekonstruktion. Am Ende hielt Thomas S. Eberle eine Closing Lecture ab.

Das Methodentreffen wendet sich an Wissenschaftler, die mit qualitativen Methoden arbeiten. Das Ziel ist es, mit Vorträgen, Workshops, aber auch Diskussionen, Nachgesprächen und informellen Meetings die Forschenden effizient und hochwertig zu unterstützen, was meiner Meinung nach durchaus gelang. Jedoch sind nicht alle Workshops von gleich hoher Qualität und die Tagungsgebühr daher fast zu hoch.

Beate Hennenberg

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