Berichte

Mär 17
Berichte 16/17

12. Fachtagung für inklusives Musizieren

Aus-Bildung für inklusionskompetente Pädagogik


Am 31. März 2017 fand im Clara Schumann-Saal am Campus die 12. Fachtagung für inklusives Musizieren statt, an der rund 120 interessierte KollegInnen, Musikschul- und Sonderschullehrende, MusikerInnen und Studierende teilnehmen. Nach einem Auftritt der inklusiven Gruppe Ohrenklang (Leiter Christoph Falschlunger) gab es Begrüßungsworte der drei Tagungsverantwortlichen Beate Hennenberg (Institut für musikpädagogische Forschung, Musikdidaktik und elementares Musizieren), Helga Neira-Zugasty (Institut für Musik- und Bewegungspädagogik/ Rhythmik und Musikphysiologie) und Michael Weber (Musikschule Wien), welche Einblicke in die aktuellen inklusiven Schritte, Vorhaben und Umsetzungen in ihren Fachbereichen gaben. Daran schloss sich ein vielbeachtetes und konkrete Schritte der Umsetzung zeigendes Hauptreferat von Dr. Georg Feuser an, Professor für Behindertenpädagogik und Didaktik, Therapie und Integration bei geistiger Behinderung an der Universität Zürich und Entwickler einer Substituierend Dialogisch-Kooperativen Handlungs-Therapie (SDKHT), einer subjektorientierten, auf die Rehistorisierung und Inklusion tiefgreifend entwicklungsgestörter und langzeithospitalisierter Menschen in reguläre Lebensvollzüge orientierte basispädagogische Konzeption: Grundlegende Momente der Aus-Bildung für eine inklusionskompetente Pädagogik. Am Nachmittag supervidierte Georg Feuser zwei inklusiv-musikpädagogische Gruppenmusiziereinheiten, zuerst einen Workshop von Christoph Falschlunger: Musikalisches Gestalten unter inklusiven musikpädagogischen Aspekten. Anschließend benannte er inklusive Momente im Workshop von Claudia Idinger: Inklusive Musikdidaktik in der Sekundarstufe - Mit offenen Arbeitsformen gemeinsam Lernen, Musik machen und erleben.
Eine wesentliche Erkenntnis war, dass inklusive Pädagogik keine moderne Variante bereits bestehender pädagogischer Konzeptionen ist, sondern Unterricht, Schule und Pädagogik neu denken muss, weil es um ein Menschenbild geht, das nicht defizitorientiert angelegt ist, sondern ein umfassendes Verständnis menschlichen Lernens und menschlicher Persönlichkeitsentwicklung voraussetzt.

Beate Hennenberg

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