Berichte

Kinderkonzert einmal anders

„Ophelias Schattentheater“ (Text: Michael Ende; musikalische Vertonung: Heinrich Gattermeyer)- Das Duo Pianoworte stellt sein Kinderkonzertkonzept vor

Von 8.-12.5.05 hatten Studierende der Musikpädagogik (Institut für Musikpädagogik, Wien) Gelegenheit, mit den beiden Künstlern des Duos pianoworte, Helmuth Thiele (Schauspieler) und Bernd Christian Schulze (Pianist) zu deren Kinderkonzert Konzept zu arbeiten:

 

 

„In einer kleinen alten Stadt lebte ein (kleines) altes Fräulein mit Namen Ophelia.
Als sie zur Welt gekommen war - und das war nun freilich schon lange her - hatten ihre Eltern gesagt: Unser Kind soll einmal eine große, gefeierte Schauspielerin werden.
Deshalb hatten sie ihr den Namen einer berühmten Gestalt aus einem Schauspiel gegeben.
Das kleine Fräulein Ophelia hatte zwar die Bewunderung ihrer Eltern für die große Sprache der Dichter geerbt, aber sonst nichts. Und eine berühmte Schauspielerin konnte sie auch nicht werden. Dazu war ihre Stimme zu leise. Aber irgendwie wollte sie doch der Kunst dienen, wenn auch auf ganz bescheidene Weise.
In der kleinen alten Stadt gab es ein hübsches Theater. Ganz vorn am Bühnenrand befand sich ein Kasten, der nach dem Zuschauerraum hin verdeckt war. Dort drin saß Fräulein Ophelia allabendlich und flüsterte den Schauspielern die Worte ihrer Rollen zu, damit sie nicht stecken blieben. Dazu war die leise Stimme von Fräulein Ophelia natürlich gerade richtig, denn das Publikum sollte sie ja nicht hören.
Ihr ganzes Leben lang hatte Fräulein Ophelia diesen Beruf ausgeübt und war glücklich dabei. Nach und nach lernte sie alle großen Komödien und Tragödien der Welt auswendig und sie brauchte kein Buch mehr, um nachzusehen.
So war Fräulein Ophelia alt geworden, und die Zeiten hatten sich geändert……. …..“

So beginnt die Erzählung „Ophelias Schattentheater“ von Michael Ende.
Der Pianist Bernd Christian Schulze und der Schauspieler Helmut Thiele haben einen eigenen Ansatz entwickelt, um Kinder in die Klangwelt des Klaviers einzuführen. Dazu wählen sie anspruchsvolle Literatur und suchen dazu einen Komponisten oder eine Komponistin für die musikalische Vertonung. Im Falle der Geschichte von Michael Ende war dies der österreichische Komponist Heinrich Gattermeyer.
Über Einladung des mpz stellten die beiden in Deutschland lebenden Künstler zum ersten Mal in Wien ihr Konzept Musikstudierenden der Studienrichtung „Lehramt Musik“ und der Richtung „Instrumental- und Gesangspädagogik“vor.
Anschließend wurde das Werk an zwei Wiener Volksschulen aufgeführt. Vorweg wurde zwei Stunden ein Einführungsworkshop mit zwei ausgewählten Klassen gehalten. Die Schülerinnen und Schüler fungierten zu Beginn des Konzert als kleine „Assistenten“ der Künstler und spielten unter anderem Begriffe wie „Komödie“ und „Tragödie“ vor bzw. die im Stück vorkommenden Schattenfiguren mit den poetischen Namen „Schattenschelm“ und „Dunkelangst“ . Für die beiden Konzertaufführungen wurde vom Klavierhaus Reisinger eigens ein Flügel zur Verfügung gestellt. Viele der Kinder hatten noch nie zuvor die Klangvielfalt eines Klavierflügels erlebt.
Die Künstler sind an einer weiteren Zusammenarbeit mit österreichischen Schulen interessiert.
Bei Interesse an einem Workshop- und Konzertangebot wenden Sie sich an das mpz oder an die beiden Künstler direkt:

Für das mpz: Mpz-info(at)mdw.ac.at
Für das Künstlerduo pianoworte: helmuththiele(at)gmx.de

 

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