Berichte

music4kids

Die Musikmesse Frankfurt erweitert ihr Angebot an Kinder- und Jugend-Musikvermittlung


Vom 5. bis 9. März 2003 fand die 24. Internationale Musikmesse in Frankfurt am Main statt.

Projekt music4kids

Das dritte Mal war Michael Bradke, Workshopleiter, Pädagoge, Leiter des MobilenMusikMuseums und Erfinder von Klanginstallationen, dabei. Während der diesjährigen Musikmesse besuchten 3000 Kinder aus Frankfurter Tagesstätten und Grundschulen diese Kurse unter dem Motto „Zusammen spielen – Orchester gründen“.

Neben Bradke, der moderierte, erklärte, leitete, anleitete, half, animierte und musizierte, sorgten 12 eigens instruierte Mitarbeiter, mehrere Fachinstrumentalerzieher, die in Klanghäusern kleinen Schüler-Gruppen die Funktion von klassischen Orchesterinstrumenten erläuterten, sowie einige Pädagogen dafür, dass Kinder, die sonst kaum die Gelegenheit haben, Musik zu machen, Instrumente auszuprobieren, musikalische Gemeinschaftserlebnisse auszukosten, Musik mit allen Sinnen zu erfahren. Im Zweistundentakt können die Kinder zunächst die Klanginseln ausprobieren, bevor er sie dann vor einer Bühne versammelt, um mit ihnen gemeinsam das zuvor Erlebte zu vertiefen und üblich und unüblich zu musizieren.

Wie in den Jahren zuvor hat Bradke auch in diesem Jahr alle Installationen und Exponate selbst gebaut, teilweise sind es Weiterentwicklungen aus den vorangegangenen Jahren, teilweise Neuerfindungen. Etwa der Klangkanal, der für ein Orchester aus Kunststoff steht. Daneben gibt es ein Orchester aus Blech, einladend schimmernd, oder die Klangkiste. Weiter hinten waren die Giganten, also das Wasserorchester und das Luftorchester, aufgebaut.

Bradke: „Es macht mir sehr viel Spaß, an dieser Stelle mit den Kindern zu arbeiten“. Die Kosten sind nicht unerheblich, „die extra geschnittenen Teppiche für die Klangbereiche, die Aufstellung der Klanghäuschen, das Licht, die Halle, für alles kommt die Messe auf, sie übernimmt auch den Kontakt zu den Schulen und die Anmeldungsprozedur“. Das ist enorm, denn in dieser knappen Woche werden rund 3000 Kinder, hauptsächlich aus Frankfurt, dabei gewesen sein.

Im Anschluss an die Kinderaktivitäten leitet er nachmittags noch Workshops und Weiterbildung für Lehrer, indem er etwa rhythmisch improvisieren lässt und zeigt, wie man die Hemmschwellen vor der oft als exklusiv betrachteten Musik abbauen kann. So bleibt zu hoffen, dass sie Leitung der Frankfurter Musikmesse auch in den kommenden Jahren für das Projekt Musik4kids ausspricht. Denn zunächst ist das Projekt eine gewaltige Investition seitens dieses halbstädtischen Unternehmens. Und auf kurze Sicht bekommt sie nicht viel zurück, materiell. Bradke sieht es so: „Die Messe investiert in die Zukunft, in die musikalische Bildung ihrer Stadtbevölkerung. Es ist eine große Leistung, den Ausstellern gegenüber zu sagen, wir fördern den Nachwuchs“. Bradkes nächste Ausstellung, zu der er nicht nur die Installationen liefert, sondern auch das Konzept schreibt und für die Architektur verantwortlich ist, findet übrigens in Wien statt, im Kindermuseum Zoom, zum Thema Musik und Mathematik. Ab 30. September 2003.

Beate Hennenberg

 





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