EMP-Symposium in Feldkirchen
Vom 7.-9. November fand in Feldkirchen ein Symposium zum Thema „Elementare Musikpädagogik in Österreich und Südtirol “ statt. Über 400 Interessierte, nahmen an dem hervorragend von Peter Töplitzer und seinem engagierten EMP-Team organisierten Symposium teil und nützten die Chance, einen Überblick über die derzeitigen Ausbildungsmöglichkeiten, Entwicklungen, Modelle und Projekte zu bekommen, neue fachliche Erkenntnisse zu gewinnen und mit KollegInnen aus ganz Österreich und Südtirol in regen Austausch zu treten, Kooperationen und Visionen zu entwickeln. Sechs reisten von unserem Wiener EMP-Team an, Hans Bucher, Gabi Holzreiter, Christina Kanitz-Pock, Veronika Kinsky, Ruth Schneidewind und Mario Smetana.
Im Eröffnungsvortrag mit dem Thema „Die Wirklichkeit des Elementaren Musizierens“ beeindruckte Ruth Schneidewind mit einem hervorragenden, spannenden, wegweisenden Einblick in die besondere, eigenständige Form des Musizierens, wie sie an der Wiener Musikuniversität entwickelt und gepflegt wird. Die lebendig und anschaulich erläuterten fünf Wirkungsfaktoren „voraussetzungsfrei“, „eigenständig“, „gemeinsam“, „empfänglich“ und „stimmig“ ließen das staunende Publikum miteintauchen und nachvollziehen, wie ein künstlerisch-pädagogischer Musizierprozess, der seinen Wert in sich selbst trägt und keine außermusikalische Rechtfertigung benötigt, gelingen kann.
24 bunt gemischte Workshops mit ReferentInnen aus allen Bundesländern, darunter Irmgard Bankl, Hans Bucher, Veronika Kinsky und Ruth Schneidewind von der Wiener Musikuniversität, sogten für erlebte Auseinandersetzung mit verschiedenen Facetten des Fachbereiches, wie etwa die Arbeit mit Senioren, werdenden Eltern, Eltern-Kindgruppen oder Menschen mit besonderen Bedürfnissen, die Bereicherung des Instrumentalunterrichts mit Methoden der EMP, neue Arbeitsformen und Konzepte der EMP im Musikschulalltag oder der Einsatz besonderer Materialien, wie die Boomwhackers oder Klangschalen. Das Kennenlernen besonderer und verwandter Methoden wie der Rhythmik, Franklin oder Willems standen ebenso zur Auswahl, wie Einblicke in die aktualisierte Neuauflage von „Musik & Tanz“ und Workshops mit Schwerpunkten wie Bewegung, Tanz, Stimme, Liedgestaltung und elementares Musiktheater.
Ulrike Jungmair vom Orff Institut Salzburg erörterte in einem weiteren spannenden Vortrag die vielschichtige Mehrdeutigkeit des Begriffes „elementar“ und Andrea Rittersberger verwandelte in ihrem Vortrag zum Thema „elementares Musiktheater“ mit einer Handpuppe das Publikum in Bären und Krokodile. Erkenntnisreich und amüssant waren die lehrreichen und humorvollen Statements von Ruth Schneidewind, Gertrude Schimpl (Linz) und Ulrike Jungmair bei einer von Bianca Wüstehube (Linz) souverän moderierten Podiumsdiskussion über die EMP in Österreich und Südtirol.
Zwischendurch sorgten wunderbare Musikeinlagen der Kärtner Gastgeber, vom Kinderorchester, über feine Vokalensembles bis zu kulinarischem Jazz am Samstag Abend für angenehmen Hörgenuss und Abwechslung. Auch die Verköstigung war echt kärtnerisch und hervorragend.
Den Abschluss bildete ein gelungener Abschlussvortrag von Christina Kanitz-Pock und Martina Kroboth-Kolasch über den abenteuerlichen, intensiven Entstehungsweg des neuen Lehrplans für elementare Musikpädagogik an Musikschulen in Österreich und Südtirol, der durch die Zusammenarbeit aller Bundesländer Vernetzung ermöglichte und mit seinen methodisch-didaktischen Besonderheiten und vielschichtigen Anregungen weit über die musikalische Früherziehung hinaus, neue Chancen und Perspektiven für Menschen jeden Alters eröffnet und damit einen Meilenstein in der Entwicklung der EMP darstellt. Das war ein gelungenes, fantastisch organisiertes, zukunftweisendes EMP-Symposium in Feldkirchen und es macht uns sehr neugierig auf das nächste große EMP-Symposium von 4.-6. Dezember 2009 in Wien!
Veronika Kinsky








