7. Forum EMp-Wien: Elementare Musikpädagogik mit Senioren
Am 6.März fand das 7.Forum der Elementaren Musikpädagogik statt zu dem Frau Professor Gertrude Schimpl von der Bruckneruniversität Linz einen spannenden, aufschlussreichen und auch berührenden Vortrag zum Thema „Elementare Musikpädagogik mit Senioren und alten Menschen“ hielt. Der Vortragsaal war gesteckt voll mit interessierten EMP-Lehrenden, Studierenden und Gästen, die aufmerksam viel Wissenswertes für dieses zunehmend wichtige Arbeitsfeld der EMP aufnahmen.
Gertrude Schimpl leitete ihren Vortrag mit allgemeinen Erläuterungen zum Thema Altern ein und betonte, dass dieser Lebensabschnitt nicht mit einem allgemeinen Abbau gleichgesetzt werden kann, sondern eine Zeit intensiver Lern- und Entwicklungsprozesse ist, wo es gilt, die Herausforderung neuer Rollen positiv anzunehmen. EMP versucht einen kleinen Beitrag zu dieser Bewältigung zu leisten.
Es folgte ein Einblick in die Arbeit mit jungen Senioren (60-75 Jährige), die strukturell und inhaltlich eine Fortführung von EMP mit Erwachsenen ist, nur das eben die Erwartungen, Vorlieben, Ressourcen und Einschränkungen der älteren Menschen zu erkunden sind und darauf eingegangen wird.
Der Hauptteil des Vortrags widmete sich aber der Arbeit mit alten und hochbetagten Menschen, so etwa ab dem 80 Lebensjahr. Gertrude berichtete über Strukturen und Voraussetzungen in dem Seniorenwohnhaus, wo sie mit 12-25 teilnehmenden Menschen, die bereits starke Bewegungseinschränkungen und auch zum Teil demenziell erkrankt sind, einmal wöchentlich 50 Minuten musiziert. Die lebendig vermittelten, zahlreichen Beispielen zu den Inhalte, wie Singen, Instrumentalspiel, Musikhören, Sprechen, Bewegen und Tanzen, wurden zusätzlich illustriert mit wunderbaren Bildern und Filmausschnitten aus ihrer Arbeit. Wir waren beeindruckt von Gertrudes einfühlsamer, liebevollen, klaren Leitung dieser Musiziergruppen und tief berührt von den leuchtenden Augen der alten Menschen, enthusiatischem Trommelspiel, mutigem sich Mitteilen und beherztem Singen und es vertiefte sich die positive Bedeutung dieser Arbeit. Auch erfuhren wir von vielen Vorlieben der alten Menschen, wie Wander- , Volkslieder und Schlager, volle aber nicht zu hohe Klänge, stark rhythmisch geprägte Musik und sahen Tänze, wo oft die innere Bewegung größer ist als die äußerlich mögliche.
Didaktische Erläuterungen zu der Arbeit, wo das Ziel für diese Altersgruppe deutlich wurde, nämlich das Musizieren an sich, das sich Erleben als musizierender Mensch mit der wesentlichen Nebenerscheinung der belebenden Wirkung der Beschäftigung mit Musik im körperlichen, emotionalen, sozialen und geistigen Bereich, rundeten den aufregenden und lehrreichen Vortrag ab.
Vielen Dank unserer hervorragenden und symphatischen Vortragenden Gertrude Schimpl !
Veronika Kinsky




