[mla] Media Literacy Awards 2009 & Fachtagung

[mla] - media literacy awards 2009  &  Fachtagung „Wie kann Medienbildung im Schulalltag gelingen?“

 

Vom 4.-6. November 2009 veranstaltete mediamanual.at, die interaktive Plattform des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur für aktive Medienarbeit an der Schule, das Medienfestival mla:connect 2009. Seit 4 Jahren wird jährlich der media literacy award ® [mla] für die besten und innovativsten medienpädagogischen Projekte an europäischen Schulen vergeben, und zwar in den Kategorien Radio, Video, Print und Multimedia/Neue Medien. Beim Medienfestival im Theaterhaus „Dschungel Wien“ im Wiener Museumsquartier wurden eine Vielzahl von eingereichten Projekten präsentiert und die Awards an die Preisträger-Projekte vergeben, unter denen neben Beiträgen aus ganz Österreich auch Projekte aus Deutschland und Italien zu hören und sehen waren.

 

Gleichzeitig fand unter dem Titel „Wie kann Medienbildung im Schulalltag gelingen?“ eine Fachtagung für LehrerInnen und Medienfachleute statt, und zwar in Form eines sogenannten „World Cafe“. Diese von US-Unternehmensberatern entwickelte Dialog- und Workshop-Methode bietet die Möglichkeit, in einer größeren Gruppe einander fremder Personen in relativ kurzer Zeit einen intensiven Dialog zu einem für alle Beteiligten relevanten Themenbereich zu ermöglichen. In angenehmer Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen bringen die TeilnehmerInnen ihre Ideen wortwörtlich „auf den Tisch“:  das Gespräch kommt durch das gemeinsame Interesse aller Beteiligten am Thema und mit Hilfe von Impulsfragen eines Moderators schnell in Gang, die  entstehenden Gedanken werden spontan auf das (Papier)Tischtuch geschrieben oder gezeichnet. Nach ca. 30 Minuten wechseln die TeilnehmerInnen den Tisch, tauschen sich mit neuen Personen aus und ergänzen und verdichten die auf dem Tisch bereits vorhanden Eintragungen. An jedem Tisch verbleibt jeweils ein Teilnehmer als „Gastgeber“, der die neuen „Gäste“ empfängt, deren Gedanken mit jenen der vorangegangenen Gästegruppe vernetzt und am Ende im Plenum einen Überblick über die am Tisch aufgetretenen Erkenntnisse und Botschaften gibt.

Besonders spannend an diesem „World Cafe“ zum Thema Medienbildung an Schulen war die Vielfalt, in der Medienbildung im Schulalltag passiert. Im Grundsatzerlass des BMUK zur Medienbildung wird konstatiert, dass der „Anteil von Medien an der Welt/Wirklichkeitserfahrung“ stetig zunimmt und daraus der Schluss gezogen, „…dass Medienpädagogik die gesamte Pädagogik wesentlich stärker durchdringen soll. Pädagogik muss gleichzeitig auch Medienpädagogik sein.“

Diese Durchdringung wurde anhand der teilnehmenden LehrerInnen deutlich, die aus den verschiedensten Schultypen kamen, von der Hauptschule über Gymnasien bis hin zu berufsbildenden Schulen, und aus unterschiedlichsten Fachrichtungen, von der Kunsterziehung über Deutsch, Informatik und Musikerziehung bis hin zur Gewerblichen Textilgestaltung. Ebenso vielfältig zeichnete sich das Bild des „Status quo“ in Sachen Medienbildung an den Schulen: Während manche Schulen Medienschwerpunkte mit einem beachtlichen Kontingent an Unterrichtsstunden führen, findet Medienarbeit anderswo im regulären Fachunterricht oder in geblockten Projekten statt. Auch in Bezug auf die technische und räumliche Ausstattung waren große Unterschiede festzustellen, ebenso bezüglich der Akzeptanz von Medienarbeit im Lehrerkollegium und den Direktionen. Große Einigkeit bestand in der Feststellung, dass Medienarbeit im Unterricht ebenso wie der dafür notwendige Erwerb von Know-how (durch Aus- und Fortbildungen) meist von der Eigeninitiative einzelner LehrerInnen oder kleiner Lehrerteams getragen wird. Als besonders wichtig wurde deshalb Teambildung und Vernetzung von LehrerInnen  untereinander und mit Institutionen bewertet, da kompetente und konsequente Medienarbeit mit dem vielzitierten „Lehrer-Einzelkämpfertum“ auf Dauer nicht realisierbar ist. Der Aufbau eines solchen Netzwerks wird unter dem Titel „media literacy net“ ab sofort auch online gestartet.

Wilfried Aigner

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